Todesurteil gegen Saddam Hussein

Und wieder einmal ist es Zeit für Backlash, die letzte Ausgabe dieses Jahr (schon mal allen einen guten Rutsch ). Obwohl es natürlich immer viele interessante Themen zu besprechen gibt, kann ich nicht alles bereden, leider... Dieses Mal habe ich mich für das Todesurteil gegen den Ex-Boss im Irak, Saddam Hussein, entschieden. Fassen wir nochmal kurz zusammen: 2003 marschierten die USA und ihre berühmte Koalition der Willigen(übrigens widerrechtlich!) in den Irak ein, der damals vom Diktator Saddam Hussein regiert wurde. Der Ausgang dieses Kampfes war von vornherein abzusehen, Hussein und seine Truppen wurden besiegt, er selbst floh und wurde kurze Zeit später in einem Erdloch von amerikanischen Soldaten entdeckt und festgenommen. Man stellte ihn vor Gericht wegen seiner zahllosen schlimmen Taten, nun wurde er jüngst für die Vernichtung von 148 Schiiten 1982 im irakischen Dorf Dudschail zum Tode verurteilt, das Urteil muss bald vollstreckt werden. Erwartungsgemäß wird das Urteil sehr unterschiedlich aufgenommen, die einen halten es für gerecht, die anderen für unmenschlich und durch ein unsachgemäßes Verfahren zustande gekommen. Tja, dann will ich mal versuchen, meine Meinung zu erklären: Zuerst einmal möchte ich denjenigen, die kritisieren, der Prozess sei nicht fair gewesen, etwas sagen. Unter einem fairen Prozess verstehe ich vor allem, dass das Urteil nicht vorgefasst ist, sondern das der Richter sich alle Argumente und Beweise der Verteidigung und der Anklage anhört, dann auf schuldig oder unschuldig entscheidet und dann das Strafmaß festsetzt. Im Falle von Hussein war dies nicht gegeben, konnte nicht gegeben sein, er konnte gar keinen fairen Prozess bekommen. Man braucht kein Gericht und keinen Prozess, um Husseins Schuld an zahllosen Verbrechen nachweisen zu können, in dem Augenblick, als der Gerichtsprozess um ihn begann, lag auch schon das Urteil vor, einfach aus der Sache selbst heraus: SCHULDIG! Das Gericht war unnötig, die Verbrechen Husseins zu beweisen, jeder ehrliche Mensch muss dies zugeben. Für seine unzähligen schlimmen Taten muss er bestraft werden. Die Frage ist nur, wie? Das momentane Urteil lautet Todesstrafe. Ich kann das Urteil verstehen, wie viele Menschen mag er unglücklich gemacht und getötet haben? Keiner auf dieser Welt kann dies sagen... Allerdings, ist es wirklich eine Lösung, Hussein zu töten? Tatsache ist, seine Opfer werden dadurch nicht wieder lebendig, sie bleiben tot oder verletzt. Der einzige, unmittelbare Erfolg wäre, dass er persönlich niemandem hier mehr schaden könnte. Allerdings vermute ich, dass sein Tod schlimme Folgen haben könnte, denn noch immer hat er viele Anhänger und die Gewalt im Irak wird sich wahrscheinlich dadurch nochmal erhöhen. Ich selbst bin generell gegen die Todesstrafe, schon allein, weil ihr Nutzen einfach zu gering ist, um sie zu rechtfertigen, vor allem aber aus religiösen Gründen bin ich dagegen. Ich bin Christ und im Christentum wird gelehrt, dass jeder Mensch etwas besonderes ist und das man ihn nicht töten darf, außer im äußersten! Notfall. Jedes Leben ist kostbar, auch jenes von Hussein. Dieser Teil meiner Religion ist wirklich ungeheuer schwer, es ist nur menschlich, dass man solch bösen Personen wie Saddam Hussein den Tod wünscht, aber man sollte es nicht, denn es ist etwas wirklich großes, zu töten(und ich meine nicht nur Menschen, auch Tiere und Pflanzen), ein Vorgang, dessen Tragweite man sich bewusst sein muss. Wenn man tötet, löscht man ein Leben aus, einen wichtigen Teil unserer Welt...Deshalb bin ich dagegen, einfach aus Rache, zur Strafe zu töten, ich dulde die Tötung eines lebenden Wesens nur, wenn es zum Erhalt anderen Lebens unumgänglich ist, wenn es keine andere Möglichkeit gibt. Trotzdem, wie ich schon am Anfang sagte, Saddam Husseins Urteil musste von vornherein für seine Taten auf schuldig lauten, eine Strafe musste von vornherein erfolgen, deshalb sind die Einwände, es sein kein fairer Prozess gewesen, nichtig. Statt ihn zu töten, empfehle ich aber, ihn einfach für den Rest seines Lebens vor der Öffentlichkeit wegzusperren. Er soll daran gehindert werden, jemals wieder eine schlimme Tat zu begehen, indem man ihn unter Bewachung bis zu seinem Ableben an einen ausbruchssicheren Ort bringt, wo er menschenwürdig seine Tage verbringen kann(auch wenn er diese Würde durch sein Verhalten schon lange verloren hat). So denke ich zumindest als Christ, Todesstrafe nein, Lebensstrafe ja, auf jeden Fall, Hussein MUSS einfach daran gehindert werden, jemals wieder etwas böses zu tun. Allerdings wird es mir nicht einfallen, die Betroffenen zu kritisieren, die Saddam Husseins Tod wollen, weil sie Leid durch ihn erlitten haben, ich kann sie verstehen, doch ist ihre Sichtweise nicht die Meinige.

Trotz des ernsten Themas wünsche ich noch allen ein frohes neues Jahr

30.12.06 00:33

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